Elftes Thesenpapier „Aktuelle Herausforderungen der neuen südkoreanischen Regierung 2025/2026“ von Aziz Yaşar und Marie Schwager.

Abstract

Südkorea verbindet wirtschaftliche, militärische und technologische Stärke mit einem engen außenpolitischen Handlungsspielraum. Geographisch zwischen China, Russland, Japan und einem nuklear aufrüstenden Nordkorea und für seine Sicherheit auf die USA angewiesen, hat Seoul seit Jahrzehnten eine Außenpolitik des Balancierens verfolgt. Präsident Lee Jae-myung, seit Juni 2025 im Amt, kehrt zu dieser bewährten Balancestrategie zurück. Das eigentlich Neue ist nicht seine Politik, sondern ihr Umfeld. Die vier Entwicklungen, die Südkoreas außenpolitische Routinen unter Druck setzen, sind eine sich zuspitzende US-China-Rivalität, ein transaktionaler Kurs Washingtons unter Trump, ein sicherheitspolitisch aktiverer Kurs Japans und eine neue Achse zwischen Russland und Nordkorea. Der Essay argumentiert, dass Lee die Anfangsphase seiner Amtszeit mit diplomatischem Geschick bewältigt hat, die strukturellen Verschiebungen aber darauf hindeuten, dass der Rest seiner Amtszeit eher von vorsichtigem Verwalten als von strategischem Durchbruch geprägt sein wird.
Key Words: Südkorea, Mittelmacht, Außenpolitik, Bündnis-Autonomie-Dilemma, Brückendiplomatie, Lee Jae-myung, Nordostasien

Coming Soon.

준비 중.