(von Suna Güler)

Auch dieses Jahr war es so weit: das Netzwerkwochenende 2026 stand vor der Tür und dieses Jahr im malerischen Heidelberg. Für uns als Netzwerk ist dieses Treffen eine Gelegenheit, einander persönlich wiederzusehen, und für die Neueinsteiger auch eine wunderbare Möglichkeit, einander näher kennenzulernen. So können wir unsere Verbundenheit und die gemeinsame Leidenschaft für die Beziehungen zwischen Deutschland und Korea auch abseits des professionellen Rahmens lebendig halten.

Der Auftakt des Wochenendes begann damit, die historische Altstadt näher kennenzulernen. Wer früh genug ankam, hatte die Möglichkeit, gemeinsam mit der lieben Milena auf Entdeckungstour zu gehen. Sie hat eine kleine Gruppe einmal quer durch die Stadt geführt und uns die schönsten Ecken gezeigt.

Der ausgiebige Spaziergang hatte natürlich für ordentlich Appetit gesorgt: die perfekte Voraussetzung für unser gemeinsames Abendessen – und was gäbe es Besseres, als den Abend mit authentischem koreanischem Essen einzuläuten? Am Abend versammelten wir uns entsprechend im Restaurant Hangukgwan. Bei bester Stimmung bot sich uns hier die Gelegenheit, das Eis zu brechen, bekannte Gesichter wiederzusehen und unsere Neueinsteiger herzlich willkommen zu heißen. Nach zwei Stunden voller anregender Gespräche traten wir zum späten Abend die gemeinsame Anreise zu unserer Unterkunft auf der Jugendburg Rotenberg an, um den Abend dort gemütlich ausklingen zu lassen. Das Ganze hatte ein wunderbar nostalgisches Feeling – fast schon wie auf Klassenfahrt. Und genau so sah das Ende des Abends dann auch aus: Während die einen schon tief und fest schlummerten, versammelten sich die anderen für ein paar Runden Kartenspiele im Gemeinschaftsraum, um einander noch näher kennenzulernen.

Nach einer erholsamen Nacht ging es am Samstagmorgen direkt mit der offiziellen Vorstellungsrunde los. Für alle die, die sich am Vorabend verpasst haben, war dies die perfekte Gelegenheit, nun richtig in der Runde anzukommen. Danach nahm der Tag so richtig an Fahrt auf. Unser Samstag hatte nämlich einen sehr kulturellen Fokus, ganz nach dem Motto: Wir bringen Korea nach Deutschland!

Kurz darauf startete schon die erste Workshop-Runde. Hier hatten wir die Qual der Wahl zwischen zwei faszinierenden Facetten der traditionellen Kultur: Während ein Teil von uns in die Kunst des Maedeup (매듭) eintauchte und kunstvolle Knoten knüpfte, widmete sich die andere Gruppe der klassischen Sijo-Poesie (시조) und ließ der eigenen lyrischen Ader freien Lauf, und das ganz ohne jegliche Koreanischkenntnisse.

Nach dieser kreativen ersten Runde und einer wohlverdienten Mittagspause ging es mit der nächsten Workshop-Runde weiter. Diesmal stand nicht die Tradition im Vordergrund, sondern die Moderne und Populärkultur. Auch hier gab es wieder zwei großartige Optionen: Während die einen in die Welt der Manhwas (만화) eintauchten, um mithilfe von Gastlektoren der Ruhr-Universität Bochum und Goethe-Universität Frankfurt mehr über die Entstehungsgeschichte, Entwicklung und Sprache in Webtoons zu lernen und sich sogar an erste eigene Übersetzungen heranzutrauen, ging es bei der anderen Gruppe heiß her: Dort wurde mit vollem Körpereinsatz und viel Gelächter das populäre Kartenspiel Go-Stop (고스톱) gelernt und gespielt.  

Am Abend wartete dann das kulinarische Highlight des Tages auf uns: ein gemeinsames Korean BBQ! Hier zeigte sich wieder unser toller Teamgeist: Während ein Teil von uns fleißig in der Küche das Grillgut vorbereitete, ließ der Rest die neu gewonnenen Skills gar nicht erst abkühlen. Bis das Essen fertig war, wurde im Gemeinschaftsraum eifrig weiter geknotet oder die nächste Runde Go-Stop gespielt. Andere haben am selbst organisierten Photobooth Erinnerungsfotos geschossen ganz nach koreanischem Stil und dekorativen Accessoires. Bei fantastischem Essen, tiefen Gesprächen und bester Laune ließen wir diesen vollgepackten, inspirierenden Tag gemeinsam ausklingen. 

Nach einer unvergesslichen Zeit hieß es am Sonntagmorgen dann auch schon wieder Abschied nehmen. Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück packten wir unsere Sachen und traten gemeinsam die Rückfahrt mit dem Bus Richtung Heidelberg Hbf an. 

Was von diesem Wochenende bleibt, sind nicht nur die kunstvollen Maedeup-Knoten, die ersten eigenen Sijo-Gedichte oder die Erinnerungsfotos. Was wirklich bleibt, ist das unbezahlbare Gefühl der Gemeinschaft. 

Auch für mich als frisches Mitglied im Netzwerk war dies eine wunderbare Gelegenheit, die Gesichter hinter den vielen Namen persönlich kennenzulernen und Freundschaften zu knüpfen. Und wer weiß – vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr zum Netzwerkwochenende wieder?