(Von Kira Stock)

Der letzte inhaltlich gestaltete Programmpunkt am Freitag war der Besuch des DMZ-Museums. DMZ
steht hier für Korean Demilitarized Zone und beschreibt das je zwei Kilometer tiefe Gebiet um die
süd- und nordkoreanische Grenze.

Die permanente Ausstellung umfasst thematisch sowohl das Kriegsgeschehen wie auch Einflüsse des
kalten Krieges, die Trennung und Ideen zur Wiedervereinigung verbunden mit der deutschen
Geschichte und die aktuelle Situation im Grenzgebiet.

 

Wir wurden sofort ins Geschehen geworfen. Die Ausstellung beginnt mit Schussgeräuschen und einer
Luke an der Decke, von der Soldaten scheinbar auf einen runterschießen. Einzelne Situationen,
Kämpfe und Erlebnisse wurden bildlich mit ihren Folgen dargestellt. Tote, Verletze und territoriale
Veränderungen wurden aufgegriffen und in den Kontext der Geschehnisse gebracht. Der Vergleich zu
der deutschen Trennung liegt nahe und ist zu teilen erwünscht, wie das Stück Berliner Mauer im
Vorhof des Museums deutlich macht. Jedoch wurde nach speziell einem Raum klar, dass die Inhalte
der Ausstellung nicht einfach traurige Geschichte sind, sondern Teil einer Kriegssituation, die seit
über 70 Jahren andauert. Dieser Raum hat das folgende Konzept: Jede:r Besucher:in kann seine
Wünsche und Hoffnungen in Bezug auf die Situation Koreas auf eine Papierblume schreiben und im
Raum anordnen. So sind bisher Wände, Büsche und Bäume aus Blumen entstanden – eine
eindrucksvolle physische Darstellung darüber, wie viele Menschen sich hier Frieden gewünscht
haben.


In unserem Programm in dieser Einführungswoche hat das Museum einen umfassenden Einblick in
die jüngste Geschichte Koreas seit Beginn des Koreakrieges ermöglicht. Zusammen mit dem
Gespräch mit Vertretern des Landratsamts von Goseong und dem Besuch des Observatoriums wurde
deutlich, wie belastend die andauernde Kriegssituation für Korea war und ist – aber auch wie
lebendig und hoffnungsvoll die Menschen in der DMZ sind.